Der Hofer und der letzte Schnee : Kriminalroman

Klammer, Mathias, 2016
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Medienart Buch
ISBN 978-3-95451-989-7
Verfasser Klammer, Mathias Wikipedia
Systematik DR.D - Kriminalromane
Schlagworte Kriminalroman
Verlag Emons Verl.
Ort Köln
Jahr 2016
Umfang 192 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Mathias Klammer
Annotation Quelle: Pool Feuilleton;
Ähnlich wie in der Popkultur schließen die Leser oft eine Karriere-Freundschaft mit jungen Autorinnen und Autoren. Man liest ihre Entwicklungsfortschritte und hält ihnen die Daumen, dass sie durchhalten und durchkommen. Im knallharten Leben freilich werden die meisten von ihnen Krimi-Tipper und verglühen in einem Nachmittags-Hype.
Mathias Klammer hat es gerade einmal drei Bücher lang in der Literatur ausgehalten, ehe er sich als Gebrauchstexter geoutet hat. Als solcher hat er routiniert den Krimi "Der Hofer und der letzte Schnee" heruntergeklopft, der überall spielen könnte, weil er nur in den Köpfen von ein paar Polizisten abläuft. Freilich brauchen auch diese einen Ort, an den sie mit dem Dienstfahrzeug hinfahren können, weshalb der Krimi in Bad Gastein spielt.
Das unauffällige Personal ist teilweise aus Tirol ausgeliehen, so löst der Held Andi Hofer manchmal patriotische Gefühle aus, die verstärkt werden, wenn er in der Ich-Form erzählen darf. Ein Bösewicht heißt ursprünglich Trojer, ehe er sich für die Fahndung einen rumänischen Namen zulegt. Und ein paar Südtirolerinnen sind stumm für die Erinnerung aufgeboten, sie werden bei Zeltfesten abgegriffen und abgeschmust, machen dabei aber nicht den Mund auf.
Der Plot ist wirr und kalt, wie bei skandinavischen Vorbildern üblich, die Kapitel heißen dementsprechend Schneetreiben (9) / Winterjagd (55) / Eistau (127) und Schneewehen (167).
Der Dorf-Polizist Hofer hat in der Nacht ein Nahtod-Erlebnis, als er visionär eine Erscheinung überfährt und nicht weiß, ob der Unfall geträumt oder echt ist. Auf jeden Fall quittiert er den Dienst und macht ein Lokal auf, das zum Mittelpunkt für seichte Unterhaltung und Randgeschäfte wird. Plötzlich ist der Spontan-Promi Rauscher verschwunden, es gibt eine Lösegeldforderung, aber bei der Übergabe in der Salzburger Getreidegasse geht sinnigerweise der Lösegeldkoffer verloren.
In Gegenblenden wird Hofer verhaftet, verhört und freigelassen, er kriegt in Ich-Form oft einen Jammerton, weil er sich nicht mehr auskennt im Krimi und im Leben. Allmählich verdichten sich in Bad Gastein diverse Liebes-, Fern- und Erinnerungsbeziehungen, sodass man darin das Motiv für einen Showdown vermuten kann, der dann im nahegelegenen Böckstein stattfindet. (Die wahren Zusammenhänge würde der Rezensent auch unter Folter nicht verraten, weil er sie nicht versteht.)
In ihrer Planlosigkeit schweifen die Helden manchmal zurück in ihre eigene Vergangenheit, weshalb wir Leser mitdürfen zum Adventsingen, nach Rumänien, in die Kinderstube des Andi Hofer, der witzigerweise eine Schwester hat, die auch Hofer heißt. Ein bisschen Gasteiner Verfall, kaputte Immobilien und Leute, die schon bessere Tage gesehen haben.
Im Epilog stammelt der Hofer ein paar wüste Sätze aus dem Körper wie aus einem steinernen Denkmal. Darunter fällt die Fügung "Fortsetzung folgt" (191), und der Leser zuckt ein letztes Mal unter dem wirr erzählten Semmel zusammen.
Helmuth Schönauer
Bemerkung Katalogisat importiert von: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
Exemplare
Ex.nr. Standort
2030235 DR.D, Kla

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